Dieses Wort hat für mich eine Faszination. Man entwickelt sich ständig selbst. Man sieht die Entwicklung der Umstände um uns herum. Das Wetter, die Menschen, die Politik. Nichts ist vollkommen. Alles ist in einem ständigen Wandel - einer Entwicklung.
Die Entwicklung im Kleinen - verbunden mit einer kleinen Zeitmaschine für den einen, den echten Moment, ist für mich die Fotografie.
Man hat durch sie die Möglichkeit das unbeständige Treiben, die unzähligen Situationen und Augenblicke auf einem physischen Gegenstand zu bannen. Man hat die Möglichkeit Emotionen festzuhalten wenn man die Betrachtungsweise eines Fotos, eines Moments beherrscht.
Nichts ist für immer da. Man entwickelt sich in jedem Moment neu. Die Psyche wächst, das physische Erscheinungsbild verändert sich innen wie außen. Ständig und immer. Auch wenn man mit sich selbst gerade meint zufrieden zu sein ist der Moment des "gerade" schon wieder vorbei und die Entwicklung nimmt ihren Lauf.
Das Entwickeln ist also gleichzusetzen mit dem Fotografieren. Man entwickelt ein Gefühl für die Bildbetrachtung, für die Vorstellung ein fertiges Foto in den Händen zu halten, es physisch darstellen zu können. Von einem Moment in welchem man am besten weiß ob es der richtige war. Niemand sonst kann einem dieses Gefühl vermitteln. Es kann das banalste Motiv des Alltags sein welches einen anderen Menschen mit einer anderen Art zu betrachten fasziniert. Es regt eine Entwicklung in ihm an, sei diese positiv oder negativ.
Der Prozess einer fotografischen Entwicklung hat also einen psychischen sowie einen physischen Kern. Ich möchte in diesem Text im folgenden auf den physischen Prozess eingehen der die Entwicklung von Film und die Entwicklung in der Dunkelkammer mit sich bringt.
Das Foto entsteht bei mir in einem langen Prozess zuerst im Kopf und wird dann durch die verschiedenen Umstände auf das Papier gebannt in welchem ich versuche die Gefühle, welche beim ersten kreativen Prozess entstanden sind zu vermitteln.
Hier beginnt das Ganze schon bei der Auswahl des richtigen Trägermaterials für den Film. Wieviel Wert möchte man in dieses Format stecken? Ist es ein Schnappschuss mit einem 8x11 mm, einem durchdachten Motiv mit 26x35 mm oder doch einem auf Perfektion ausgelegten 60x70 mm großen Negativ? Hier gibt es unzählige Möglichkeiten in der finalen Darstellung. Trifft man die Entscheidung ob es ein schlicht und auf die essentiellen Faktoren der Licht und Schatten Darstellung in Schwarz-Weiß oder dem realen, der Farbtemperatur entsprechenden Trägers vielleicht in Pastelltönen entsprechen soll? Man kann natürlich auch die Entscheidung treffen nicht entscheiden zu müssen und den Film machen lassen. Hierzu später mehr.